Hand in Hand mit dem Embryo…

Workshop | 17.-19. Juni 2022 | Innsbruck
Was wir vom Embryo für unser Shiatsu lernen können...

Embryologie für Shiatsu-Praktizierende

Embryologie ist für mich nicht nur Wissenschaft, nicht nur Biologie. Es ist ein Hinschauen auf die ersten Wochen unseres Lebens in dem Bewusstsein, dass Vieles, was mit der Verschmelzung von Eizelle und Samenzelle beginnt, das ganze Leben weitergeht. Wir „sind“ immer noch Embryo!
Embryologie kann ein Türöffner sein zu einem Verstehen von Ressourcen, Bewegungen und Zusammenhängen, die sich tagtäglich zeigen, die spürbar sind und mit denen wir – im Leben und im Shiatsu – in Resonanz gehen können.

In diesem Workshop sehen wir uns die Bedeutung der Embryologie für Shiatsu aus mehreren Blickwinkeln an.

LeitungAlexandra Gelny
Termin17.-19.6.2022
Kurszeiten9.30-17.30 Uhr (So bis 16.30 Uhr)
OrtInnsbruck, InnZentrum
KostenEUR 390,-
Zielgruppe

Embryologie als Erklärungsmodell

Embryologie kann ein Schlüssel sein zu einem Verständnis der „drei Schätze“ der chinesischen Medizin (Qi, Jing und Shen), der Außerordentlichen Gefäße, aber auch von Yin und Yang. “Embryologie“ ist zwar kein Begriff, der in den traditionellen fernöstlichen Gesundheitslehren als solcher gebräuchlich ist. Allerdings – und das ist faszinierend – werden schon in sehr frühen chinesischen Texten Phänomene beschrieben, die einen Embryo von wenigen Millimetern Länge betreffen und die mit wichtigen Grundkonzepten der (alt)chinesischen Medizin verknüpft werden. Wir beschäftigen uns in dem Kurs nicht mit den Texten, aber mit einem ganz praktischen Verständnis dieser „energetischen Embryologie“ und wie wir dieses Wissen im Shiatsu einsetzen können. Das betrifft vor allem die Außerordentlichen Gefäße.

Embryologie als Spür-Ressource und Lebensbewegung

Verbinden wir dieses alte Wissen mit einer modernen (ganzheitlichen) Embryologie, wird Vieles noch klarer und greifbarer. Zum Beispiel finden wir hier eine mögliche Antwort auf die Frage, warum eine Berührung der Hand im Herzbereich so intim oder heilsam sein kann, oder warum eine Umarmung für uns Menschen eine so natürliche Bewegung ist, uns im Herz berührt… Denn im zweiten Monat unseres Lebens wachsen zuerst unsere Hände und dann unsere Arme „das Herz umarmend“. Das Herz ist das erste Organ, das sich entwickelt, und es ist riesig in dieser Phase des Lebens, es nimmt fast den gesamten Brustraum ein. Verwundert es da noch, dass die vier Feuer-Meridiane in den Armen verlaufen und die Hände so wesentlich sind, wenn wir „Herz“-Themen im Shiatsu behandeln?

Andere, ähnliche hilfreiche Anknüpfungspunkte sind etwa, was unser Erleben und unsere Beziehung zum Raum rund um uns herum (als Mensch, als Praktiker*in, als Klient*in) mit der Embryonalentwicklung zu tun haben kann, oder auch, warum sich die Verbindung zwischen Hara und Koshi (unterer Rücken) bzw. zwischen Nabel und Ming Men so besonders anfühlen.

All das werden wir auch mit Spürübungen und gegenseitigem Behandeln erspüren und erkunden.

Embryologie als Basis für die Begleitung in der Schwangerschaft.

Die Außerordentlichen Gefäße sind nicht nur im Embryo während seiner Entwicklung hochaktiv, sondern auch in der Mutter während der Schwangerschaft. Ein besseres Verständnis der Embryologie kann deshalb eine sehr wertvolle Ressource im Shiatsu mit Schwangeren sein. In Bezug auf die Schwangerschaft gebe ich euch einen weiten Blick mit in die intra-uterine Entwicklung, der über die eigentliche embryonale Phase (die ersten zehn Wochen) hinausgeht, und einige wichtige praktische Behandlungsansätze für die „zehn Mondmonate Shiatsu zu Dritt“.

Kursinhalte

  • „Energetische Embryologie“ nach der altchinesischen Medizin
  • Qi, Jing und Shen – die Kräfte der Menschwerdung von Anbeginn
  • Die Außerordentlichen Gefäße, unsere „ersten“ Meridiane: Ren Mai, Du Mai und Chong Mai in der Embryonalentwicklung, ihre Funktionen, Verläufe und Verbindungen zu den zwölf Meridianen; Behandlungsprinzipien und -möglichkeiten
  • Ming Men („Tor des Lebens“, Du Mai 4) ist mehr als ein Punkt und der Nabel ist mehr als ein besonderer Raum („Tor der Götter“, Shen Que, Ren Mai 8)
  • Westliche Embryologie (v.a. aus morphologischer Sicht) in Bezug dazu
  • Spürübungen und gegenseitige Behandlungspraxis

Dieser Gedanke, dass unser Mensch-Werden im Uterus nicht nur ein Prozess ist, sondern eine Erfahrung, die im Jetzt immer präsent ist und an die wir für uns selbst und im Shiatsu andocken können, fasziniert mich sehr. Es ist nicht schwierig, sich diesen „Embryo in uns“ im Spüren zurückzuholen.

 

Alexandra GelnyKursleiterin

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